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Autor
Güngör, Dilek

A wie Ada

Untertitel
Roman
Beschreibung

In Anekdoten und kurzen Betrachtungen umkreist die Journalistin und Schriftstellerin Dilek Güngör in ihrem neuen Buch Alltagserlebnisse und Kindheitserinnerungen ihrer Protagonistin Ada zwischen den Erwartungen der türkischen Eltern und denen ihrer deutschen Umgebung. Beidem scheint sie nie zu genügen. Ada beobachtet, vergleicht, streckt sich und reicht doch nie heran an ihre eigenen Erwartungen. Dilek Güngör ist eine genaue Beobachterin, vor allem aber eine großartige Wortkünstlerin, die in klaren Sätzen Alltägliches beschreibt, seziert und wieder neu zusammensetzt. Das Lesen dieser mal humorvollen, mal lakonischen, aber immer bestechend ehrlichen Prosa-Miniaturen ist ein ausgesprochen großes Vergnügen!
(ausführliche Besprechungen unten)

Verlag
Verbrecher Verlag, 2024
Format
Gebunden
Seiten
112 Seiten
ISBN/EAN
9783957325792
Preis
20,00 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Dilek Güngör, geboren 1972 in Schwäbisch Gmünd, ist Journalistin und Schriftstellerin. Ihre gesammelten Zeitungskolumnen erschienen in den Bänden “Unter uns” und “Ganz schön deutsch”. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, “Das Geheimnis meiner türkischen Großmutter”. 2019 erschien ihr zweiter Roman, “Ich bin Özlem”, im Verbrecher Verlag. Ihr dritter Roman, “Vater und ich”, stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2021. Die Autorin lebt und schreibt in Berlin.

Zum Buch:

Anekdoten, spielerische Beobachtungen, manchmal nur ein kurzer Gedanke: Das neue Buch der Journalistin und Schriftstellerin Dilek Güngör verhandelt auf sehr besondere Art Alltagserlebnisse und Kindheitserinnerungen zwischen türkischen Eltern und einer deutschen Schule, deutschen Freundinnen, deutschen Ansichten. Ada (Güngörs Alter Ego?) scheint dem, was sie glaubt sein zu müssen, nie zu genügen. Es ist wie ein poetisches Umkreisen des Andersseins, des Betrachtens und Vergleichens, des Streckens und nicht Heranreichens an die eigenen Ansprüche, die Ada ganz (…) „oben auf den Küchenschrank gelegt hat.“

Wie schon in ihrem letzten, 2021 für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman Vater und ich bleibt die Autorin zwar auch in ihrem neuen Buch im Bannkreis der Migrationsgeschichte ihrer Familie, eröffnet darüber hinaus aber eine wesentlich universellere Dimension einer Suche nach Verbundenheit. Es schiene viel zu kurz gegriffen, z.B. das Gefühl von Missgunst, die der Protagonistin auf Zehenspitzen durch ihr Leben folgt und schwer in den Kniekehlen hängt, oder Adas auf einen Mantel abgestimmtes Lächeln auf ihre türkische Herkunft zu reduzieren. Durch Beobachtung und Nachahmung versucht Ada, deren Name in der Sprache der Mutter Insel bedeutet, mit ihrer Welt zu verschmelzen, und bleibt doch immer Ada; damals mit ihrer kleinen Nachbarin, später als Erwachsene im Aushalten und Zulassen von Nähe zu ihren eigenen Kindern.

Auch Dilek Güngör ist eine Beobachterin, vor allem aber eine großartige Wortkünstlerin, die in klaren Sätzen Alltägliches beschreibt, seziert und wieder neu zusammensetzt. Das Lesen dieser mal humorvollen, mal lakonischen, aber immer bestechend ehrlichen Prosa-Miniaturen ist ein ausgesprochen großes Vergnügen!

Im Gegensatz zum aktuellen Trend vieler Verlage, Bücher mit Farbschnitten und aufwändigen Covern in den Blick zu rücken, bleibt der unabhängige Berliner Verbrecher Verlag bei einer wohltuend schlichten Gestaltung seiner Bücher, deren Texte kein marktschreierisches Äußeres nötig haben. A wie Ada ist daher außen wie innen eine zeitlose Schönheit.

Larissa Siebicke, autorenbuchhandlung marx & co, Frankfurt