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Wir sehen alles

Autor
Sutcliffe, William

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Untertitel
Roman. Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn. Ab 14 Jahren
Beschreibung

Zwei Jugendliche gleichen Alters kennen sich zwar nicht, haben aber eine gemeinsame Bezugsperson. Für Lex, der im sogenannten Streifen lebt, der von Drohnen rund um die Uhr überwacht wird, ist diese Person sein Vater. Für Alan ist er nur #K622, oder auch die Person, die er observieren und dann töten soll.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Rowohlt Verlag, 2019
Seiten
288
Format
Taschenbuch
ISBN/EAN
978-3-499-21831-6
Preis
15,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

William Sutcliffe, geboren 1972 in London, ist Autor zahlreicher Romane. Sein vielbeachteter Jugendroman «Auf der richtigen Seite» war für den Deutschen Jugendliteraturpreis und den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis nominiert. William Sutcliffe lebt mit seiner Familie in Edinburgh.

Zum Buch:

Zwei Jugendliche gleichen Alters kennen sich zwar nicht, haben aber eine gemeinsame Bezugsperson. Für Lex, der im sogenannten Streifen lebt, der von Drohnen rund um die Uhr überwacht wird, ist diese Person sein Vater. Für Alan ist er nur #K622, oder auch die Person, die er observieren und dann töten soll.

Das Leben im Streifen ist alles andere als gemütlich. Alles wird überwacht, ständig gibt es Raketenangriffe von außerhalb, und die meisten Gebäude sind zerbombt. In dieser dystopischen Umgebung lebt Lex zusammen mit seiner Familie. Nach einem vernichtenden Anschlag auf das Corps, die selbsternannten Beschützer der Stadt, wird Lex’ Vater, der Mitglied des Corps ist, zum Anführer dieser Gruppe befördert.

Von nun an hat Lex gewisse Privilegien und nutzt die Macht seines Vaters auch für sich. Währenddessen wird Alan dazu beordert, den neuen Chef des Corps rund um die Uhr per Drohne zu überwachen. Durch das ständige Beobachten von Lex’ Vater beginnt Alan das zu tun, was die Drohnen-Piloten um jeden Preis vermeiden sollen: er entwickelt eine gewisse Sympathie für Lex.

Wird er nun, wenn der Befehl zum Auslöschen des Corps kommt, trotzdem auf den Knopf drücken, um die Raketensysteme der Drohne zu aktivieren? Oder kann er es nicht über sich bringen, Lex’ Leben zu zerstören…?

Das Buch ist toll geschrieben. Es zieht den Leser durch seine äußerst realistisch wirkende Zukunftsvision in seinen Bann und lässt ihn erst wieder los, wenn man mit dem Buch durch ist. Die Sympathie, die man für Lex innerhalb der Geschichte aufbaut, fühlt sich ebenso real an wie die immer präsente Angst, die im Streifen herrscht.

Ähnlich wie andere Bücher dieser Art bringt der Roman eine spannende Geschichte mit, lässt einen aber aufgrund des realistischen Geschehens sehr wohl auch über unsere Zukunft und die schwelenden Konflikte in der Welt nachdenken.

Definitiv eine Leseempfehlung meinerseits, zumal das Buch in einem sehr angenehmen 300-Seiten-Format verfasst ist und deswegen sowohl für Viel- als auch für Wenig-Leser ein echtes Vergnügen sein sollte.

Vicco Siebicke, 16 Jahre