
Diese Forschungsarbeit untersucht Unterschiede bei der sowohl zivil-, als auch strafrechtlichen Beurteilung von Selbstverteidigungshandlungen zwischen Kampfsportpersonen und solchen Menschen, welche keinen Kampfsport betreiben. Nach vorausgehender Darstellung des aktuellen Forschungsstandes der Sportwissenschaften, Physiologie und (Polizei-)Psychologie zu menschlichen Handlungsmöglichkeiten in Angst- und Stresssituationen werden die rechtlichen Grenzen zulässiger Verteidigung für Kampfsportausübende im Rahmen des Notwehrrechts analysiert. Anschließend wird geprüft, ob für Kampfsportpersonen im Bereich von Verschulden und Schuld strengere Maßstäbe anzulegen sind. Dabei werden Besonderheiten bei Fahrlässigkeit, Erlaubnistatumstandsirrtum, Erlaubnisirrtum, Notwehrexzess sowie § 35 StGB untersucht. Bei den beiden zuletzt genannten Schuldausschlussgründen erfolgt zudem eine allgemeine Prüfung, ob diese auf den zivilrechtlichen Verschuldensbegriff übertragbar sind.