
Diese Ausstellung versammelt Arbeiten von Ludwig Thoma Jun. (LTj), die sich zwischen Zeichnung, Struktur und Erinnerung bewegen. Im Zentrum steht nicht die Abbildung der äußeren Welt, sondern die Verdichtung innerer Zustände, wobei Linien zu Trägern von Zeit, Bewegung und Erfahrung werden. Die verwendeten Materialien, insbesondere Graphit, entfalten dabei eine eigene Sprache, die gleichzeitig präzise und offen, kontrolliert und fragmentarisch wirkt. In Verbindung mit teils historischen Rahmen entsteht ein Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie zwischen Objekt und Bedeutung. Die Werke entziehen sich einer eindeutigen Lesart und können als Karten, Spuren oder visuelle Notationen verstanden werden, bleiben jedoch bewusst mehrdeutig und laden dazu ein, eigene Assoziationen zu entwickeln. Der Betrachtende wird nicht geführt, sondern begleitet durch ein offenes System von Formen und Andeutungen, in dem Wahrnehmung zu einem beweglichen Prozess wird, der zwischen Nähe und Distanz, Erkennen und Irritation oszilliert. Diese Ausstellung versteht sich daher nicht als abgeschlossene Aussage, sondern als ein fortlaufender Dialog, dessen Ziel es nicht ist, Antworten zu geben, sondern Räume zu öffnen, in denen sich Bild und Betrachter begegnen und gegenseitig verändern. — Ludwig Thoma Jun. (LTj), 2026