
RAUBKUNST UND DER SCHWEIZER KUNSTMARKT Die Fischer-Auktionen in Luzern und der Weg belasteter Kunstwerke in die Schweiz 1933-1945 Die Geschichte der NS-Raubkunst und der Schweizer Umschlagplätze kennt keine Hollywood-Momente. Die tatsächliche Realität bestand aus existenzieller Not, politischen Beschlagnahmungen, nüchternen Auktionskatalogen und diskreten Zolldokumenten. Dieses Buch beleuchtet die Mechanismen des internationalen Kunsthandels zwischen 1933 und 1945 schonungslos und faktenbasiert, ausgehend von der historischen Auktion der Galerie Fischer in Luzern im Juni 1939. Als tiefgreifende historische Untersuchung und praktisches Arbeitsbuch zugleich zeigt dieses Werk detailliert auf, wie belastete Kunstwerke bewegt, in Zollfreilagern gelagert und gehandelt wurden. Es demaskiert Praktiken des sogenannten "Provenance Washings" und hinterfragt kritisch die oft glatten Nachkriegslegenden europäischer Privatsammlungen. Leser, Sammler und Forschende erhalten konkretes Handwerkszeug für die eigene Recherche: von einer detaillierten Checkliste zur Provenienzprüfung über die effektive Nutzung von Datenbanken bis hin zur zentralen Bedeutung forensischer Materialanalysen. Ob Pigmentuntersuchungen, bildgebende Verfahren wie Röntgen oder die akribische Entschlüsselung von Stempeln und Rahmenmarkierungen – die physischen Beweise auf der Rückseite eines Werkes sprechen oft eine ehrlichere Sprache als geschönte Verkaufstexte. Ein unverzichtbares Nachschlagewerk für alle, die hinter die Kulissen des Marktes blicken, Herkunftsgeschichten kritisch prüfen und sich der historischen Verantwortung stellen wollen.