
Eine wertvolle Informationsquelle zur Ermittlung der Zuverlässigkeit sind Felddaten von Funktionsausfällen, da sie sich aus den realen Gebrauchsbedingungen von Fahrzeugen ergeben. Aber im Unterschied zu Auswertungsergebnissen aus Laborversuchen weisen die Ergebnisse von Felddatenanalysen oft erhebliche Abweichungen vom erwarteten Ausfallverhalten auf, die mit den bisherigen Methoden zu falschen Aussagen über die Zuverlässigkeit, falschen Prognosen von Ausfällen oder falschen Schlussfolgerungen zur Ursache eines Problems führen können. In der vorliegenden Dissertation werden dazu zunächst neu entwickelte Verfahren zur vollständigen Korrektur von zensierten Felddaten für den Fall einer einsatzdauerbezogenen und für den Fall einer fahrstreckenbezogenen Analyse beschrieben. Ein weiterer Schwerpunkt dieser Dissertation ist die Beschreibung von signifikanten Störeinflüssen durch Verteilungsmodelle, da diese das Ausfallverhalten erklären und somit Hinweise auf Problemursachen geben können. Dazu werden zusätzlich zu den bereits bekannten Verteilungsmodellen neu entwickelte Verteilungsmodelle vorgestellt. Zur Schätzung deren Parameterwerte wird die Anwendung des Levenberg-Marquardt-Verfahrens gezeigt.